Abiturientenrede 1984
gehalten von Markus Köberle (Knischpel) am 02. Juni 1984
 
“Sehr geehrter Herr Kolb, liebe Eltern und Abiturienten, liebe Lehrer !

Wenn es auch als große Ehre gilt, am heutigen Tage vor einer solch großen Menge die Stimme der Abiturienten vertreten zu dürfen, so können Sie sich doch sicher vorstellen, dass mir jetzt wohler zu Mute wäre, wenn ich in Mitten meiner Freunde säße, um den Worten einer meiner Mitschüler folgen zu können. Nun aber ist es meine Aufgabe – meine letzte Aufgabe am Carl-Benz-Gymnasium – die ich zu bewältigen habe.

Wenn ich nun so durch die Reihen blicke, so kann ich viele Gesichter sehen, die sich in wenige Gruppen zusammenfassen lassen:

Da sind natürlich die Hauptpersonen des heutigen Tages – die Abiturienten! Diese Gruppe lässt sich wiederum in zwei Teile spalten – da sind die einen, die glücklich sind, die Schule endlich verlassen zu dürfen, und die anderen, die unglücklich sind die Schule verlassen zu müssen.

Aus den Gesichtern der zweiten Gruppe, nämlich aus denen der Eltern, lässt sich zweifelsohne Stolz und Zufriedenheit ablesen. Liebe Eltern, Sie haben auch allen Grund mit Stolz erfüllt zu sein! Denn wenn die Schulzeit auch viel Freude bereitete, so war es doch wahrlich kein Honigschlecken, die Prüfungen zu absolvieren – und worauf es ja schließlich ankommt – mit Erfolg zu absolvieren!

Als dritte Gruppe möchte ich die Lehrkräfte nennen, die am heutigen Tage die Bestätigung ihrer offensichtlich erfolgreichen Arbeit sehen können. Zu dieser Gruppe möchte ich auch Herrn Kolb zählen, dem man wahrlich nicht nachsagen kann, dass er über 148 erfolgreiche Schulabgänger unglücklich sein könnte.

Als letzte Gruppe möchte ich noch unsere Nachkommenschaft zur Linken erwähnen. Aus deren Gesichtern spricht ein vielleicht mit Bangen, aber doch
 
optimistischer Blick für die kommenden Monate oder Jahre am CBG. Euch wünschen wir alle viel Erfolg und noch schöne Tage am Carl-Benz-Gymnasium.

Wenn ich vorhin die stattliche Zahl von einhundertachtundvierzig Abiturienten genannt habe, so geschah dies nicht ohne Grund – denn die Zahl 148 ist eine besondere Zahl! Bildet man beispielsweise die Quersumme, so ergibt sich die Zahl 13. Dreizehn Jahre Schulzeit hat der Großteil der mit Stolz erfüllten Abiturienten nun hinter sich gebracht. Wenn mancher diese Zahl überschritten hat, so kann dies doch nur die Sympathie unterstreichen, die wir alle – mal mehr, zum Beispiel in den Ferien – mal weniger, ich denke an die Zeit der Prüfungstage – für das Carl-Benz-Gymnasium empfunden haben.

Außerdem bemesse ich der Zahl 148 deshalb besondere Bedeutung zu, da es die Zahl unserer Vorgänger bei weitem übertrifft. Meine sehr geehrten Damen und Herren – bitte verweisen Sie jetzt nicht auf die geburtenstarken Jahrgänge – wir waren eben eine Supertruppe – eine Supertruppe, die bis zuletzt zusammen gehalten hat, und die sich schon heute auf das 10te, 20te oder 30te Jahrgangstreffen freut. Bis dorthin wird sich zwar für uns Abiturienten noch vieles ändern, was sich aber nicht ändern wird, ist die Erinnerung an viele schöne gemeinsame Stunden unserer Schulzeit.

Ich glaube, dass nun von meiner Seite aus genug der Worte gesagt wurden und ich sehe schon mit Freuden dem heutigen Festabend auf der Dachterrasse entgegen. Ich hoffe, dass unser Jahrgang noch lange von sich Reden machen wird und verabschiede mich gemeinsam mit allen Abiturienten mit einem kräftigen:

ABI VIERE ......... ABI VIERE ......... ABI VIERE .........

Vielen Dank.”